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Stolpersteine für Hulda und Adolf Schickler - Im Kreise 24

Adolf Schickler

Jahrgang 1867
verstorben 12.05.1943 in Theresienstadt

Hulda Schickler, geb. Levy

Jahrgang 1869
verstorben 08.01.1945 in Theresienstadt


Adolf Schickler (Jg. 1867) und Hulda Schickler (geb. 26.1.1869), geb. Levy, lebten mit ihren vier Kindern ab 1906 in Lüneburg und betrieben ein Fachgeschäft für Schuhe, Knaben- und Herrenbekleidung. Adolf war in verschiedenen Vereinen aktiv sowie als Gemeindevorsteher aktives Mitglied der jüdischen Gemeinde. 1928 setzte sich das Ehepaar Schickler zur Ruhe. Sie übergaben ihr Geschäft an den ältesten Sohn Harry, der 1938 dann gezwungen war, das Geschäft zu verkaufen. Er emigrierte im Februar 1939 in die USA, Frau und Kinder folgten im Sommer 1939. Der zweitälteste Sohn Siegmund emigrierte bereits am 12. Oktober 1938 nach New York. Der dritte Sohn Kurt war schon am 28. März 1936 nach Kolumbien ausgewandert und siedelte später über in die USA.

Die Tochter Käthe Schickler heiratete am 18. Oktober 1922 den Kaufmann Siegfried Wolff aus Aurich in Lüneburg. Dieser übernahm am 7. Oktober in Celle das Geschäft für Manufakturwaren, Herren- und Damenkonfektion von Julius Joseph in der Zöllnerstraße. Wolff war wie sein Schwiegervater aktiv in der jüdischen Gemeinde. Er übte in Celle das Amt des Vorstehers von 1933 bis 1939 aus.

Das Wolffsche Geschäft wurde in der Pogromnacht am 9./10. November 1938 total zertrümmert. Siegfried Wolff wurde mit den anderen jüdischen Männern aus Celle in das Konzentrationslager Oranienburg gebracht. Während seiner Abwesenheit musste Käthe Wolf das Grundstück Zöllnerstraße 44 verkaufen. Dem Ehepaar Wolff und seinen drei Kindern gelang die Flucht aus Deutschland: Die Eltern und der Sohn Herbert konnten im Mai 1939 nach Panama emigrieren, die Töchter Gerda und Eva wurden mit einem Kindertransport nach England geschickt. Die Familie fand erst 1945 wieder zusammen.

Hulda und Adolf Schickler lebten weiterhin in Lüneburg. Beide wurden am 16. März 1942 in das Celler „Judenhaus“, Im Kreise 24, gebracht. Dies war allerdings nicht die letzte Station vor der Deportation: Man brachte sie am 5. Februar 1943 noch in ein Hamburger „Judenhaus“. Von hier wurden sie am 5. Mai 1943 mit einem 50 Personen umfassenden Transport nach Theresienstadt deportiert. Hulda war zu diesem Zeitpunkt 74 Jahre alt, Adolf 76 Jahre alt. Laut der Daten im Hamburger Gedenkbuch überlebte Adolf Schickler nur eine Woche in Theresienstadt und starb am 12. Mai 1943. Hulda Schickler überlebte laut Gedenkbuch bis zum 8. Januar 1945, der als ihr Todestag angegeben wird.