Reisedatum unbekannt

Residenzstadt Celle

Fachwerk, Welfen, Flair

Celle ist eine der wichtigsten Residenzstädte Niedersachsens. Fast drei Jahrhunderte lang war sie ständige Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg.

Celle ist eine Stadt mit über 700-jähriger Geschichte. Der europäische Adel war hier zu Hause. Deshalb führt Celle heute auch mit Stolz den Titel „Residenzstadt“. Herzog Otto der Strenge gründete Celle 1292. Die Braunschweig-Lüneburgischen Herzöge residierten hier. Herzog Ernst der Bekenner führte 1526 die Reformation ein. Besucher finden sein Denkmal auf der Stechbahn. Der letzte Herzog, Georg Wilhelm, holte italienische und französische Adelige an seinen Hof. Seine Gemahlin Eleonore d'Olbreuse prägte mit ihren Landsleuten das kulturelle Leben der Stadt. Um 1675 wurde das Schlosstheater errichtet, das heute älteste, ständig bespielte Barocktheater Deutschlands. Der Französische Garten wurde angelegt, die Hugenotten hinterließen überall ihre Spuren.

1711 erhielt Celle das Oberappellationsgericht, das heutige Oberlandesgericht.  1772 kehrte mit der Dänin Caroline Mathilde eine Fürstin und erstmals eine Königin in die Stadt zurück.
Die Struensee-Affäre hat sie weithin bekannt gemacht. In Celle ist sie auch gestorben. Die Caroline-Mathilde-Räume im Welfenschloss erinnern noch heute an die „traurige Königin“.

Königliche Gäste
Bis in die jüngste Zeit sind Mitglieder der königlichen Familie Englands in der Stadt zu Gast gewesen. So waren die Königin-Mutter, die Königin selbst, ihr Sohn Charles und die verstorbene Prinzessin Diana, ihre Tochter Anne und der Herzog von Kent zu Besuch in Celle. 

Die Celler Geschichte spiegelt sich in vielen Bauwerken. Ein Kleinod bildet das Schloss mit der Schlosskapelle. An der Stadtkirche (1308) befindet sich unter dem Chorraum die Fürstengruft des welfischen Herzoghauses und der Königin Caroline Mathilde.
Das Alte Rathaus hat 1985 die Diamantquaderbemalung wieder erhalten, die es Ende des 16. Jahrhunderts hatte. Sein Nordgiebel gehört zur Weserrenaissance. Herausragend aus dem Ensemble von über 500 Fachwerkbauten ist das Hoppener Haus in der Poststraße, das Herzog Ernst der Bekenner für seinen Rentmeister Simon Hoppener erbaut hat. Gegenüber dem Schloss befindet sich das barocke Gebäude der Ritterschaft des ehemaligen Fürstentums Lüneburg mit einem idyllischen Innenhof.
Der Schlosspark, die Triftanlagen und der Französische Garten zeigen: Celle ist eine Stadt im Grünen!
Der Park vor dem "Neuen Rathaus" vervollständigt das Ensemble. 

Kultur und Wirtschaft
Das 1892 gegründete Bomann-Museum ist eines der größten und bedeutendsten Museen in Niedersachsen. Es präsentiert nicht nur Volkskundliches sondern auch Wissenswertes zur Landesgeschichte und der Stadt Celle. Der Erweiterungsbau beheimatet das Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon – zugleich das erste 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt.
Im Residenzmuseum im Celler Schloss spiegelt sich die wechselvolle Geschichte des ältesten heute noch existierenden Fürstenhauses Europas wider: der Welfen. Die derzeit rund 70.000 Einwohner starke Stadt liegt in einem sehr attraktiven Umland. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von circa 17.500 Hektar von denen ca. 6.500 Hektar landwirtschaftlich genutzt und ca. 5.800 Hektar auf Waldflächen entfallen. Celles Bild wird zusätzlich geprägt von seinem Hauptfluss - der Aller. Von hier aus besteht die Möglichkeit, mit Fahrgastschiffen in Richtung Weser zu fahren.

Das „schwarze Gold“ hat die Region einst berühmt gemacht. Die weltweit ersten Bohrungen nach Erdöl sind 1859 im 15 Kilometer entfernten Wietze niedergebracht worden.
Celle ist international als führender europäischer Standort von Unternehmen der Erdöl-, Erdgas- und neuerdings der Erdwärmebranche anerkannt und ist mit dem Unternehmensnetzwerk, dem Verein GeoEnergy Celle, im Energiemarkt bestens gerüstet. Die Erdölzulieferer sind Celles wichtigster Wirtschaftsfaktor. Ihnen verdankt die Stadt unter anderem die 1992 gegründete Deutsche-Management-Akademie (DMAN) wo vorwiegend osteuropäische Manager mit den Grundlagen und Mechanismen der westlichen Marktwirtschaft vertraut gemacht werden. Seit Mai 1998 gibt es in Celle das Ost-Europa-Centrum Niedersachsen. Auch weltbekannte Namen sind in Celle zu Hause. Die Firma Moeck, die Holzblasinstrumente herstellt, der schwedische Knäckebrot-Hersteller Wasa produziert in Celle für den gesamten europäischen Markt und die Firma Wichmann präsentiert die größte Orchideenzucht Deutschlands. Dazu ist die Stadt Sitz bedeutender Bundes- und Landesbehörden wie: das Oberlandesgericht, das Landessozialgericht, das Niedersächsische Institut für Bienenkunde, die Landesfeuerwehrschule, das Niedersächsische Landgestüt mit seinen weithin bekannten Hengstparaden.

Das Denkmal des berühmtesten Sohnes der Stadt, Albrecht Thaer, dem Begründer der modernen Landwirtschaft, steht gegenüber der Congress Union. Dort wird „Tagen mit Kultur“ in moderner und dennoch traditionsreicher Umgebung groß geschrieben. Acht Säle mit 40 bis 1.200 Plätzen, separate Foyers und Ausstellungsflächen bieten den passenden Rahmen für jeden Veranstaltungswunsch. Nicht zu vergessen: das lebendige Stadtzentrum mit seiner Vielfalt an Geschäften, Cafés, Kneipen, Weinlokalen und Restaurants.

Celle ist eine Reise wert - nicht nur für einen Tag.
Unsere Gastronomie und die Hotels sind attraktiv. Fast zwei Millionen Besucherinnen und Besucher pro Jahr sprechen eine deutliche Sprache.

Chronik der Stadt Celle

  • 993 Erste urkundliche Erwähnung von "Kellu" (heute Altencelle) in  einer auf Befehl Kaiser Ottos III., ausgestellten Grenzbeschreibung
  • 1248 Celle (heute Altencelle) wird erstmals als Stadt erwähnt
  • 1292 Herzog Otto der Strenge von Braunschweig-Lüneburg verlegt die Stadt Celle an den heutigen Standort
  • 1292 bis 1308 Erbauung der Celler Stadtkirche
  • 1378 verlegt Herzog Albrecht von Sachsen-Wittenberg seinen Haushalt von Lüneburg nach Celle. Der Herzog selbst ist jedoch nur selten am Ort

  • 1433 wird Celle zur ständigen Residenz der Herzöge Braunschweig-Lüneburg. 
  • 1464 Die Bürger der Stadt Celle erhalten das Privileg der alleinigen Kornschifffahrt auf der Aller
  • 1485 Erbauung der Celler Schlosskapelle durch Herzogin Anna von Nassau und ihren Sohn Heinrich d. Mittleren von Braunschweig-Lüneburg
  • 1527/1530 Herzog Ernst d. Bekenner führt die Reformation in seinem Herzogtum ein und erweitert seine Residenzstadt Celle. Die Stadt wird erweitert, u. a. Bauplätze für den angewachsenen Hofstaat zu schaffen. Mit dem Umbau der Schlosskapelle durch Herzog Wilhelm 1565 entsteht ein einzigartiges Denkmal der Renaissance. Besonders sehenswert sind die Grabmäler der Herzöge im Chor der Stadtkirche.
  • 1570 bis 1579 Das Celler Rathaus erhält den Renaissancegiebel
  • 1670 bis 1680 barocker Umbau des Celler Schlosses und Errichtung des Schlosstheaters (1674) Planungen zu einer barocken Neustadt (1680) vor dem Westerceller Tor

  • 1690 Gründung einer Jüdischen Gemeinde und Ansiedlung von hugenottischen Glaubensflüchtigen
  • 1705 der letzte Celler Herzog stirbt: Ende Celles als Residenz
  • 1710 Gründung des Celler "Zucht- und Tollhauses"
  • 1711 Celle wird Sitz des Oberappelationsgerichtes, des höchsten hannoverschen Gerichts
  • 1735 Gründung des hannoverschen Landgestüts in Celle
  • 1740 die jüdische Gemeinde erbaut in der Vorstadt Blumlage die Synagoge
  • 1772 bis 1775 die dänische Königin Caroline Mathilde nimmt nach der Struensee-Affäre ihr Exil im Celler Schloss

  • 1786 Albrecht Thaer, Celles größter Sohn, gründet die erste deutsche landwirtschaftliche Versuchsanstalt in den Dammasch-Wiesen (heute Thaers Garten)

  • 1810 Celle gehört zum Königreich Westphalen und huldigt seinem neuen Landesherrn, König Jérôme von Westphalen, einem Bruder Napoleons

  • 1837 Unter König Ernst August von Hannover wird Celle zur zweiten Residenz des Königreiches
  • 1845 Einweihung der Eisenbahnlinie Lehrte-Celle durch König Ernst August von Hannover und Herzog Wilhelm von Braunschweig
  • 1866 das Königreich Hannover wird wegen seiner Niederlage in der Schlacht bei Langensalza durch Preußen annektiert: Celle ist preußische Provinzstadt
  • 1869 Vereinigung der Stadt Celle mit den vier Vorstädten Blumlage, Hehlentor, Neuenhäusen und Neustadt
  • 1872 Fertigstellung der großen Infanteriekaserne am ehemaligen herzoglichen Wildgarten, heute "Neues Rathaus"

  • 1885 Celle wird eigener Stadtkreis

  • 1892 Gründung des Vaterländischen, heute Bomann-Museums mit wichtigen volkskundlichen, landesgeschichtlichen und stadtgeschichtlichen Sammlungen.
  • 1909 Eröffnung des städtischen Saalbaus Union, heute "Congress Union"
  • 1906-1930 Im Stil des Funktionalismus errichtet der Architekt Otto Haesler Villen, Wohn- und Geschäftshäuser. Herausragende Beispiele seiner Baukunst: die Altstädter Schule, die Siedlung Georgsgarten und das Blumläger Feld.

  • 1938 Zerstörung der Inneneinrichtung der Celler Synagoge in der Pogromnacht. Das Gebäude bleibt erhalten und wird als Lagerraum weiter benutzt.
  • 1945 12. April: kampflose Übergabe der Stadt Celle an die Alliierten

  • 1945 - 1950 Eine neue jüdische Gemeinde entsteht und feiert ihre Gottesdienste in der alten Celler Synagoge
  • 1954 Ansiedlung des Landessozialgerichtes in Celle
  • 1957 die Firma Mobil-Oil errichtet das erste Celler Hochhaus
  • 1961 – 1963 Neue Industrien kommen nach Celle: Telefunken (1961 – 1997) und Wasa Bröd (1963 – heute). Die Knäckebrotfabrikation der Marke Wasa gehört heute zum Barilla-Konzern.
  • 1973 Eingemeindung von neun Umlandgemeinden: Celle verliert die Kreisfreiheit
  • 1977 Celle wird "große" selbständige Stadt

  • 1992 das Stadtjubiläum steht unter dem Motto "700 Jahre junges Celle"

  • 1995 Mit der erstmaligen Präsentation der Sammlung Robert Simon wird der Grundstein für das 24-Stunden Kunstmuseum gelegt. Seine heutige Gestalt erhält das Kunstmuseum nach An- und Umbauarbeiten 2005/2006
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Wenn man das Prinzip verstanden hat, ist das eine gute Idee.
Haas
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