© Residenzmuseum im Celler Schloss. Foto: Fotostudio Loeper, Celle

Ein Hallelujah

auf diese einzigartige Renaissancekunst

Die Celler Schlosskapelle

zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der Renaissancekunst in Norddeutschland

Die Celler Schlosskapelle ist ein wahres Schmuckstück im Schloss Celle. Zahlreiche Malereien, farbenfrohe Bilder, Sandsteinreliefs, Bibelzitate und viele Schnitzarbeiten zieren den Kirchenraum.

Zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Hofkapelle als gotischer Sakralbau im unteren Geschoss des Turms am östlichen Ende des Südflügels errichtet und 1485 geweiht. Nach der Reformation bekam die Kapelle dann nochmal eine völlig neue Ausstattung. Zwischen 1565 und 1576 ließ der Herzog Wilhelm der Jüngere für den Adel Logen als Herrschaftsstand einbauen und verwandelte das Gotteshaus in eine evangelische Kapelle mit Altar, Kanzel und Orgel.

Die Celler Schlosskapelle gilt heute als einziger fast vollständig erhaltener Kirchenraum Deutschlands aus frühprotestantischer Zeit und zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der Renaissancekunst in Norddeutschland. Die Ausstattung der Kapelle hat während der vergangenen Jahrhunderte keine Verluste erlitten und es wurden nur wenige Veränderungen gemacht.

Warum muss die Kapelle geschützt werden?

  • Um die Kapelle statisch zu stabilisieren, wurden Ende der Siebziger Jahre Deckengewölbe und Mauerwerk mit Beton verfüllt. Allerdings bildete sich daraufhin bei Besuchen in der Kapelle viel Feuchtigkeit - die klimatischen Folgen waren katastrophal und die Kapelle musste sehr aufwändig restauriert werden. Seitdem können Besucherinnen und Besucher nur noch bis an eine Glaswand herantreten, dahinter sorgt ein stabiles Klima für den Erhalt der Kunstwerke in der Kapelle.

  • Die Schlosskapelle ist auschließlich im Rahmen einer Schlossführung zu sehen. Aktuell ist es auch möglich, sich als Besucher einen 3-D-Film über die Schlosskapelle im "Blauen Zimmer" anzusehen (Der Zugang ist nicht barrierfrei).

Detail an der Decke der Celler Schlosskapelle
© Residenzmuseum im Celler Schloss. Foto: Fotostudio Loeper, Celle

Mit der Liebe zum Detail

Der Blick in die Celler Schlosskapelle ist überwältigend. Zahlreiche Malereien und Bilder schmücken den Kirchenraum. Hier lassen sich viele Details entdecken: Der Herrschaftsstand der Herzogin und die Kanzel an der Südwand, in der zweiten Empore hoch oben eingebaut sieht man den Herrschaftstand des Herzogs. Immer wieder stößt man in der Kapelle auf Wappen und Darstellungen der Herrscherfamilie. Die Brüstungsreliefs zeigen verschiedene Propheten, Apostel und Evangelisten, die von musizierenden Engeln umrahmt werden.

© Residenzmuseum im Celler Schloss. Foto: Fotostudio Loeper, Celle

Einzigartige Malereien

Der Gemäldezyklus stammt zu großen Teilen aus der Werkstatt des flämischen Malers Marten de Vos (1532-1603). Er beschreibt zahlreiche Kapitel des Alten und Neuen Testaments wie etwa die Lebensgeschichte Jesu. Auch zwei Portraits des Celler Herrscherpaares Wilhelm des Jüngeren und seiner Gemahlin, der dänischen Prinzessin Dorothea, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, kann man entdecken.